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| > | rottmayr: "Rottmayr hat Laufen zu Ruhm verholfen" | 07.05.2004 | |||||||||||||||||||||||||||
Laufen. Der Historische Verein Rupertiwinkel widmete sein 40-jähriges Jubiläum dem sicher bekanntesten Künstler der Stadt Laufen, dem Barockmaler Johann Michael Rottmayr. Zu diesem Jubiläum gab der Verein auch ein 235-seitiges, exquisit gestaltetes Buch, geschrieben vom Rottmayr-Experten Prälat Dr. Walter Brugger, heraus, welches am Tag der Feierlichkeit vorgestellt wurde. | |||||||||||||||||||||||||||||
Wie groß das Interesse am berühmten Sohn Laufens ist, konnte an den vielen Besuchern des Vortrages in der Salzachhalle ersehen werden, zu dem der 1. Vorstand des Historischen Vereins Rupertiwinkel, Hans Roth, begrüßte. Der Vortrag wurde vom Verfasser des Buches, Dr. Walter Brugger selbst gehalten. Roth konnte daneben auch den 1. Bürgermeister Ludwig Herzog, Kulturreferent Lutz Feiler, zahlreiche Stadträte, Pfarrer i. R. Alfons Oberbauer, MdL Franz Werkstätter, den Leiter des Rottmayr Gymnasiums, Oberstudienrat Friedrich Schrägle, sowie die Vorsitzenden der Historischen Vereine von Tittmoning, Fridolfing und Garching an der Alz, die Herren Ruhland, Blankenauer und Demel begrüßen. Den Vortrag nicht entgehen ließen sich die Kreisheimatpfleger Franz Schned und Wolfgang Hopfgartner, sowie Museumsleiter Schmitt aus Tittmoning. Natürlich waren auch die Ehrenmitglieder des Vereins, Prof. Dopsch, Schmidbauer, Huber und Niederauer zugegen. Roth dankte dem Salzburger Dommuseum für die zur Lichtbildpräsentation bereitgestellten Bilder und Kerstin Hederer, die für die Technik der Vorführung verantwortlich zeichnete. Roth sagte in seiner Einführung, Rottmayr zähle zu den bedeutendsten Barockmalern des süddeutschen und österreichischen Raumes und habe dadurch seiner Geburtsstadt zu Ruhm verholfen. Die Rottmayr Straße, der Rottmayr Platz, das Rottmayr Gymnasium sowie mehrere Büsten erinnerten in Laufen und Oberndorf an den berühmten Sohn. Für Laufen sei dieses Rottmayr-Jahr eine kulturelle Chance und ein nie da gewesenes Ereignis für die Imagepflege der Salzachstadt mit nachhaltiger Wirkung. Dr. Brugger ging in seinem Vortrag nicht nur auf das künstlerische Leben Rottmayrs ein, er stellte auch den Menschen Rottmayr vor. Geboren wurde Johann Michael am 10. Dezember 1654 in der Kirchgasse, dem Haus Nr. 9 in der jetzigen Rottmayrstraße als zweites Kind und erster Sohn von Friedrich Rottmayr und Margarethe Magdalena, geborene Zehentner. Vater Friedrich stammte aus einer Musikerfamilie aus dem Innviertel und kam wahrscheinlich 1651 nach Laufen wo er als Organist in der Stiftskirche angestellt wurde. Die Familie der Mutter, Margarethe kam aus dem Fränkischen und ihr Vater, Caspar Zehentner wird, bevor er nach Laufen kam, in Fridolfing als Maler erwähnt. Die Familie Zehentner dürfte aber seit Mitte der 30-er Jahre des 17. Jahrhunderts in Laufen ansässig geworden sein. Auch hier sei er als namhafter Maler erwähnt, der Restaurations- und Fassungsarbeiten in den umliegenden Kirchen ausführte. Die Familie hat schwere Schicksalsschläge zu verkraften, denn von den fünfzehn Kindern erreichen nur drei nachweislich das Erwachsenenalter. In 1665/66 sterben gar innerhalb eines Jahres vier der Kinder. Diese Schicksalsschläge prägen wohl auch Johann Michael, wie aus den vielen Pietas und Kranken, die immer wieder in seinen Gemälden auftauchen, ersichtlich wird. Mit etwa 15 Jahren bekommt Rottmayr eine Lehrstelle, wahrscheinlich in Salzburg, denn näheres ist darüber nicht bekannt. In den Folgejahren geht Rottmayr nach Venedig und arbeitet dort unter Carl Loth, vielleicht besser bekannt unter seinem italienisierten Namen Carlotto. Dreizehn Jahre bringt Rottmayr in Venedig zu und bemüht sich, mit Erfolg, wie seine späteren Bilder zeigen, "dieses guten Künstlers Qualität und Eigenschaft zu akquirieren", wie er selbst in seinem Gesuch um Erhebung in den Adelsstand schreibt. Zweifelsohne haben ihn die Jahre in Venedig stark geprägt und nach seiner Rückkehr kommen bald größere Aufträge. Zuerst in Salzburg und Umgebung, bald aber auch für Werke in der weiteren Ferne. Er betont die blauen und roten Farben und seine Bilder haben einen lebendigen Ausdruck und opulente Formen, besonders in den Kleidern, erklärte Brugger. An den im Vortrag gezeigten Bildern lässt sich diese Behauptung gut nachvollziehen. Am 7. August 1690 heiratet Johann Michael in der Kirche Maria Bühel Helene Barbara Reichpekh. Sie haben sechs Kinder, aber nur zwei erreichen das Erwachsenenalter. Die Töchter Maria Helene und Maria Theresia. Einer der Söhne, der im Alter von 11 Wochen verstorbene Johann Michael Cajetan, ist im Rottmayrschen Epitaph an der de Guardischen Familiengrabstätte als Kind das einen Totenkopf umschlingt in der Stiftskirche St. Peter verewigt. Rottmayr wird immer bekannter und beliebter und bekommt Großaufträge im Kloster Melk und in Wien. Sein letztes großes Werk ist die Karlskirche in Wien in der der über 70-Jährige auf die gut 60 Meter hohen Gerüste steigt um in der Kuppel zu malen. Am 25. Oktober 1730 stirbt Johann Michael Rottmayr in Wien. Er hinterlässt einen Kunstschatz wie kein zweiter aus Laufen und heuer, 350 Jahre nach seiner Geburt, wird er noch immer als größter Sohn der Salzachstadt betrachtet. Hans Roth stellte am Schluss des Vortrages noch das druckfrische Buch von Dr. Brugger vor, in dem die von 1980 bis 1986 im Salzfass erschienene Biographie Rottmayrs zusammengefasst ist. Natürlich auf dem neuesten Stand, mit Forschungsergebnissen, die seit 1986 dazugekommen sind. Roth dankte hier besonders der Druckerei Oberholzner und Manuel Inhester, die das Buch innerhalb von vier Tagen verwirklichten. Roth überreichte Exemplare an den Autor Dr. Walter Brugger, den Kulturreferenten des Stadtrates, Lutz Feiler, Bürgermeister Ludwig Herzog, Manuel Inhester und den Rottmayr Fan Karl-Heinz Müller, der in Wien ein Rottmayr Bild ersteigert hat, um es vor dem Export zu bewahren. Roth dankte auch für die redaktionelle Mitarbeit der Vorstandsmitglieder des Historischen Vereins Rupertiwinkel, Kerstin Hederer, Sieghart und Winfried Schwedler und dem Fotohaus Schröck-Freudenthaler für die Fotobearbeitung. al | |||||||||||||||||||||||||||||
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