Schlagzeilen des Tages
>> Lokalmeldungen >> ChiemgauOnline >> Kundenanzeigen >> KFZ-Markt



 > Freilassing: Neuer Freiraum für Eigenverantwortung31.07.2010 

Freilassing (oo). "Nach neun Schuljahren mit rund 10.000 Unterrichtsstunden beginnt für euch ein neuer Lebensabschnitt." Mit dieser Feststellung begrüßte Rektorin Uta Ametsbichler die 49 Neuntklässler der Hauptschule Freilassing zur Schulentlassfeier. Passender Rahmen für die Veranstaltung war der Bürgersaal des Rathauses.

Konrektor Franz Eder begrüßte als Ehrengäste Bürgermeister Josef Flatscher, 3. Bürgermeister Michael Hangl, Stadtrat Ludwig Unterreiner und Geschäftsstellenleiter Reinhard Bernauer von der Sparkasse BGL. Das Miteinander von Lehrern und Schülern verdeutlichte eine Trommel-Improvisation der Lehrer-Schüler-Gruppe, mit der die Feier unüberhörbar eingeleitet wurde. Die weitere musikalische Gestaltung oblag dem von Christina Fulde geleiteten Schulchor, dessen fröhliche Lieder angenehme Stimmung verbreiteten.

An das Lied mit der Aufforderung, Brücken zueinander zu bauen, knüpfte Rektorin Ametsbichler in ihrer Ansprache an. Die jüngste deutsche Geschichte zeige, dass es Menschen gelinge, Barrieren und Mauern zu überwinden. Daran sei man im November am 20. Jahrestag des Mauerfalls erinnert worden, zu dem die Klasse 9b eine Power-Point-Präsentation erstellt habe. Auch im Leben gelte es, Barrieren zu überwinden und Brücken zu bauen Die Schulleiterin sprach die oft unnötige Angst an, die man vor nötigen Veränderungen im Leben haben könne, aber auch die positive Seite: "Erst hast du Angst davor, dich auf etwas Neues einzulassen, dann traust du dich doch und spürst den Triumph - ich habe meine Angst überwunden."

Veränderung empfänden die meisten als aufregend, wenn sie durch sie selber herbeigeführt wird, aber als bedrohlich, wenn sie einem widerfahre. Jetzt verändere sich das Leben der Entlassschüler, sie verlören die sie umsorgenden Lehrer und etliche freie Nachmittage. Dafür gewönnen sie Raum für Eigenverantwortung und Selbständigkeit. Natürlich verlange solche Veränderung auch mehr Anstrengung, um Neues in Routine zu verwandeln. Die Aussicht auf das erste selber verdiente Geld könne Ansporn sein. Möglicherweise können die Jugendlichen in ihrer künftigen Arbeit im Betrieb auch mehr Sinn sehen, als in manchem, was sie in der Schule gemacht hätten.

"Wenn der Wind der Veränderung weht, bauen die einen Mauern und die anderen Windmühlen", zitierte die Rektorin. Sie hoffe, die Entlassschüler bauten Windmühlen mit vielen Flügeln wie Freizeit, Beruf, Bildung, Erlebnis, Glaube, Familie oder Liebe. Diese Flügel bräuchten eine feste Verbindung miteinander, damit sie den starken Wind des Wandels wirklich nutzen könnten. Diese Verbindung liege in festen Werten. Die Lehrer hätten sie ihnen zu vermitteln versucht. Die Rektorin schloss: "Ich wünsche euch, dass sich eure Windmühle, angetrieben vom Wind der Veränderung, immer gleichmäßig dreht."

Bürgermeister Josef Flatscher gratulierte zum Schulabschluss. Sie hätten damit eine erste Chance genutzt, jetzt kämen weitere, die es zu nutzen gelte. Und ihr Hauptschulabschluss sei die Grundlage dafür, sagte Flatscher und verdeutlichte das am Beispiel einer vor drei Jahren aus der Freilassinger Hauptschule entlassenen Schülerin, die jetzt ihre Berufsausbildung mit Notendurchschnitt 1,0 beendet hat und dafür mit einem Staatspreis ausgezeichnet wurde

Elternbeirats-Vorsitzende Birgit Lackner lobte: "Ihr habt tapfer durchgehalten, wir sind stolz auf euch!" Die Schülersprecher Sabrina Haag und Daniel Lackner erinnerten daran, dass sie als Siebtklässler einst ziemlichen Respekt vor den Neuntklässlern gehabt hätten, bald aber selbst in die Neunte gekommen seien und nun ihr Abschlusszeugnis erhielten. "Ohne unsere Erwachsenen hätten wir das nie geschafft." Eine von der Klasse 9a erstellte Power-Point-Präsentation erinnerte in schönen Aufnahmen an die Schulzeit mit ihren Wanderungen, Ausflügen und besonderen Ereignissen. Die Klasse 9b steuerte Aufnahmen von ihrer Abschlussfahrt nach Hamburg bei, bevor der Schulchor mit "Only Time" zur Verteilung der Zeugnisse überleitete. Auch die war recht kurzweilig, wurden doch von vielen Schülern Fotos aus ihrer Kindheit gezeigt. Besonders freuen konnten sich bei der Zeugnisverteilung die Schüler Robert Schiller und Daniel Lackner, die jeweils in ihrer Klasse den besten qualifizierenden Hauptschulabschluss geschafft haben. Sie erhielten dafür nicht nur ein Sonderlob sondern auch einen Preis. Bei einem anschließenden, vom Ehepar Arnemann organisierten Stehempfang klang die Entlassfeier gesellig aus.


 >  ...zurück