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 > Weildorf: "Lasst uns Baumeister des Friedens sein"31.07.2010 

Weildorf (wh). Von einem "tanzenden Globus" mit Krisen und Unruhen in allen Variationen sprach Geistlicher Rat Horst Kreß in seiner Begrüßung zur 140. Gelöbniswallfahrt in Weildorf. "Wir müssen lernen, dass es in unserer "multi-kulturellen Welt" nur einen Gott für alle gibt. Wir müssen uns also endlich dazu durchringen, uns als eine Welt und eine Menschheitsfamilie zu verstehen, eine weltweite Gemeinschaft über Völker", erklärte er. Nur indem wir teilen, könnten wir den Frieden auf Erden erreichen.

"Der Gottesdienst zum 140. Gelöbnisfest soll ein Dankgottesdienst dafür sein, dass wir seit 65 Jahren Frieden in unserem Land haben, aber auch ein Bittgottesdienst um die Befriedung in der ganzen Welt", sagte Kreß zu Beginn des Gottesdienstes.

Rund 400 Mitglieder aus den 16 Krieger- und Soldatenkameradschaften des Rupertiwinkels waren wieder nach Weildorf gekommen um für ihre Heimkehr aus dem letzten Weltkrieg zu danken und für den Frieden zu beten. Pfarrer Kreß gab seiner Freude Ausdruck, dass alle Anwesenden auf die Gottesmutter noch etwas halten und sich ihrem Gebet anvertrauen. Diesmal nahm auch eine Abordnung der Bundeswehr in Uniform am Gottesdienst teil.

Nachdem die teilnehmenden Vereine von der Musikkapelle und vom Vorstand des Krieger-Gelöbnisvereins Johann Niederstraßer am Sportplatz begrüßt worden waren, zogen alle, angeführt von den Musikkapellen Aufham und Freilassing vom Sportplatz durch das Dorf zur Pfarrkirche. Die älteren Mitglieder konnten auf zwei Wagen am Kirchenzug teilnehmen. Zu Beginn des Gottesdienstes entzündete Vorstand Johann Niederstraßer die von Pfarrer Horst Kreß anlässlich seines runden Geburtstages gestiftete und gesegnete Gelöbniskerze.

"Es muss uns ein weltweiter Brückenschlag gelingen, der jeden Menschen achtet und eine Zusammengehörigkeit mit Tiefgang und Herzlichkeit erzeugt", sagte Pfarrer Kreß in seiner Predigt. Und so sei es auch keine egoistische Bitte, "wenn wir um den Frieden bitten". In Jesu Reich gehe es um Gerechtigkeit auf allen Ebenen, um Frieden unter den Menschen und um die Liebe. Pfarrer Kreß zeigte sich überzeugt, dass man Frieden lernen könne, wenn man auf die positiven Impulse etwa eines Hermann Gmeiner höre: "Nur wenn wir teilen, haben wir den Frieden auf der Welt. Denn Frieden heißt nichts weiter als "teilen lernen". Es sei ein Gebot der Stunde, dass "wir unseren egoistischen Panzer sprengen und in jedem und in jeder einen Bruder und eine Schwester sehen".

Kreß zitierte auch Mahatma Gandhi, der rät: "Wenn wir wahren Frieden in der Welt erlangen wollen, müssen wir bei den Kindern anfangen." Deshalb müsse sich die Spielzeugindustrie endlich umstellen, Abschießspiele im Computer müssten verboten werden, um der Gewalt den Nährboden zu entziehen.

Das 140. Gelöbnisfest sollte Anlass sein, sich nicht entmutigen zu lassen, für den Frieden zu beten und "im Kleinen wie im Großen Baumeister des Friedens zu sein durch unser Denken und Handeln", schloß Pfarrer Horst Kreß seine Predigt.

Beim Gottesdienst wurde auch der verstorbenen Mitglieder des letzten Jahres aus den einzelnen Mitgliedsvereinen gedacht.

Im Anschluss an den Gottesdienst sprach Kreß beim Kriegerdenkmal die kirchlichen Gebete, Vorstand Johann Niederstraßer stellte zusammen mit 2. Vorsitzenden Stefan Mösenlechner zum Gedenken an die verstorbenen, gefallenen und vermissten Kameraden eine Blumenschale nieder, während sich die Fahnen zum Lied vom guten Kameraden zum Gruß senkten und drei Salutschüsse den Toten die Ehre gaben. Der Gottesdienst wurde von der Musikkapelle Aufham, das Libera von der Musikkapelle Freilassing musikalisch umrahmt.

Danach ging es zurück zum Haus der Vereine, wo sich alle zum gemütlichen Beisammensein trafen. Vorstand Johann Niederstraßer begrüßte viele Kameraden und bedankte sich bei allen, die zu der Walfahrt ihren Teil beigetragen hatten, darunter die Mesnereheleute Monika und Albert Dumberger, die die Kirche und das Kriegerdenkmal wieder sehr schön geschmückt haben.


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